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Jan und Gret

 

 

Fast noch bis zum 2.Weltkrieg galten die Orte St. Peter und Ording als die Armenhäuser der Landschaft Eiderstedt. Das änderte sich mit dem Tourismus. St. Peter und Ording wurden jetzt die wohlhabenden Orte, während es mit der Eiderstedter Landwirtschaft in den anderen Dörfern bergab ging.

 

Mit der Umgestaltung des Markplatzes wurden auch die Skulpturen "Jan und Gret" aufgestellt. Sie symbolisieren die "Lütten Lüüd", d.h. arme und bescheidene Leute, die vor dem Tourismusboom in St. Peter gelebt haben und sich mühsam aus ihrem Garten und aus dem Meer ernährten. Gret fing die Krabben (Porrn) mit der Gliep und Jan stach den Aal mit der Prigg.

 

Mit der Skulptur wollte die AG an bescheidenere Anfänge erinnern. Die Figuren gehen auf Menschen aus dem Ort zurück, die von dem Ordinger Hotelier Peter Fedders um 1920 auf Fotoplatten festgehalten worden waren. Sie wurden umgestaltet in die jetzige Form durch den Künstler Claus Homfeld, Bremen.

 

 

Mittlerweile und ist die Skulptur auf dem Marktplatz allgemein bekannt und  Jan und Gret  sind ein beliebter Treffpunkt geworden.

Die beiden Personen präsentieren „lütte Lüüd“, d. h. arme, bescheidene Menschen, die in der kargen Landschaft von St. Peter nur schwer ihr Auskommen fanden. Sie mussten auf  alle Möglichkeiten zurückgreifen, um über die Runden zu kommen: Nahrung aus dem Garten und vor allem aus dem Meer.

Jan und Gret sind historisch belegt, ihre richtigen Namen sind bekannt, denn die Fotoplatten von Peter Fedders waren die Quelle. Peter Fedders war Hotelier in Ording und hatte das Hotel Utholm unmittelbar hinter dem Deich im Jahre 1908 gebaut. Er machte Fotos vom frühen Strandleben und von seiner Umwelt, darunter auch den Schollenfänger Jan und die Porrenstrikerin Gret. Porrn und Bütt waren neben Muscheln beliebte Gerichte aus dem Meer.

Warum wurden dieser Gestalten aus der Vergangenheit St. Peter gewählt? Die Absicht war, ein bisschen die Goldgräbermentalität des Ortes zu geißeln. Nicht die Armut der Vergangenheit zu verherrlichen, sondern daran erinnern, dass man nicht nur dem Geld hinterherjagen muss. Ob das gelungen ist, ist leider zweifelhaft.

Inzwischen gibt es auch eine kleine Geschichte um die Gestalten, eine Art Liebesgeschichte von H. Gauert, in der Jan und Gret sich nur einmal im Jahr ansehen können, weil sie sich in diesem Moment umdrehen dürfen. Sie stehen ja mit dem Rücken zueinander und Gret fischt eigentlich auch in die verkehrte Richtung, aber das musste aus künstlerischer Gestaltung so sein.

Jan und Gret waren die erste Arbeit der AG Orts-Chronik, ca. 200 000 DM mussten für die Figuren und den Brunnen aufgebracht werden. Wirklich schwierig war aber die Auswahl des Künstlers. Klaus Homfeld aus Bremen hatte damals die Figuren am besten getroffen.

                                                                                                          CH/AGO