Das Biikebrennen = eine Art Silvester
Das Biikebrennen am 21. Februar in St. Peter ist eine neue Einrichtung. Es wurde 1988 begonnen, hätte für unseren Ort eine lange Tradition haben können, aber das Verbrennen von Holz in dieser baumlosen Gegend war zu teuer und Verschwendung.
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Das Biikebrennen hat seinen Ursprung im Petri-Tag, dem 22. Februar, denn an diesem Tag gedachten die frühen Christen an Petrus, den Begründer des Christentums in Europa. Der Tag hieß „cathedra Petri“, der „Stuhl Petri“ und symbolisierte den Anfang des neuen christlichen Glaubens.
Die Bedeutung des Neuanfangs hat sich durchgesetzt, aber gleichzeitig auch der Abschied vom Alten. Diesen Abschied beging man nun mit einer Feier, einem Gelage, einem Freudenfeuer am 21. Februar, denn am folgenden Tag, am 22. Februar, trat man das neue Amt an. Dadurch gewann er Bedeutung im alltäglichen Leben: Er galt als Abschied vom Winter, als Beginn der Feldarbeit und als Ende des künstlichen Lichts. Auf den Inseln verabschiedeten sich die Walfänger und überließen den Frauen die Arbeit und die Verantwortung. Daher hatte dieser Tag eine viel größere Bedeutung als auf dem Festland in Nordfrieland.
St. Peter hatte ein besonderes Verhältnis zum Petri-Tag, denn unsere Kirche ist dem Petrus geweiht. Bis zu diesem Tag mussten die Petri-Rechnungen (d.h. Kirchenrechnungen = Armenkasse) abgeschlossen sein, die Petri-Prüfungen (= Konfirmandenprüfung) durchgeführt und die Kirchenstühle bezahlt worden sein. Man feierte diese Abschlüsse mit einer Petri- Mahlzeit und einem Petri-Bier.
Um 1800 hat man das Feuer auch als Symbol der regionalen Verbundenheit gesehen, um sich gegen die Dänen abzusetzen, um 1920 erhielt es eine nationale Prägung als die Abstimmung über die deutsch-dänische Grenze die Gemüter bewegte, und ab 1933 gab man dem Feuer einen völkischen Sinn.
Heute kann man es als ein Mahnfeuer deuten und auf die Gefahren für das Klima hinweisen, die durch den rücksichtslosen Umgang mit der Natur entstehen.
Claus Heitmann/AGO
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